Süddeutscher Pädagogiklehrertag


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Nachbericht

Am 26. Februar fand in der Evangelischen Fachschule Weinstadt-Beutelsbach der 1. Süddeutsche Pädagogiklehrertag des VdP statt. 

 

"Der Seminartag stand unter dem Motto „Global denken – lokal lernen“. In Auseinandersetzung mit Thesen des Erziehungswissenschaftlers Professor Wassilios Fthenakis, der viel zum Ausbau der Elementarbildung in Deutschland beigetragen hat, wurde deutlich, dass Lernen ein diskursiver Prozess ist. Fthenakis plädiert dafür, die Lern- und Bildungsprozesse im frühkindlichen Bereich und in der Schule besser als bisher miteinander zu vernetzen. Hierfür könnten internationale Erfahrungen fruchtbar gemacht werden. In einer veränderten, zunehmend globaler vernetzten Welt braucht es nach Fthenakis auch veränderte Bildungskonzepte, damit die Kinder bestmöglich auf eine noch offene Zukunft vorbereitet würden.

 

Was dies didaktisch bedeutet und wie sich dadurch das Professionsverständnis von Pädagogen verändert, machte Axel Bernd Kunze, stellvertretender Schulleiter in Beutelsbach und Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn, in einem Fachvortrag zum Thema „Globalisierung als Bildungsaufgabe – Bildung vor der Aufgabe der Globalisierung“ anschließend deutlich: „Wie die künftige Weltgesellschaft aussehen soll, kann die Pädagogik nicht entscheiden. Sie kann aber an der Pflege weltgesellschaftlicher oder interkultureller Semantik mitarbeiten – über eine ‚Alphabetisierung‘ der Einzelnen, die zu einem selbstbestimmten Leben und zur Übernahme von Verantwortung in einer globalisierten Welt fähig werden sollen.“ Dabei sei es wichtig, regionale oder lokale Lernprozesse nicht zu verdrängen. Pädagogen seien vielmehr gefordert, Bildungsinhalte so zu strukturieren, dass gleichzeitig unterschiedliche Kontexte – von der direkten Lebenswelt bis zur gesamtmenschheitlichen Perspektive – berücksichtigt werden.

 

Im weiteren Verlauf der Tagung stellte Jonas Naumann, Schulleiter unserer Fachschule für Sozialpädagogik, dann dar, wie diese Aufgabe in Beutelsbach in der Kooperation mit regionalen Bildungspartnern eingelöst wird. Die Fachschule habe dabei eine gewichtige Aufgabe, wie Naumann betonte: „Denn die Schülerinnen von heute sind die Mentorinnen von morgen.“ Wolfgang Mack, Dozent an der Fachschule für Sozialpädagogik, zeigte abschließend auf, wie die Lernortkooperation gemeinsam mit den Praxiseinrichtungen und Mentorinnen der Region seit dem vergangenen Schuljahr weiterentwickelt worden ist. Die Güte der Ausbildung, so Mack, hänge entscheidend von einer guten Verzahnung der beiden Lernorte Schule und Praxis ab. Der „Workshop Lernortkooperation“, der in Beutelsbach fest etabliert worden sei, ermögliche dabei eine Kooperation „auf gleicher Augenhöhe“ im Interesse einer bestmöglichen Ausbildung.

 

Zu Beginn des Pädagogiklehrertages hatte Pfarrerin Epple-Franke, stellvertretende Geschäftsführerin des Evangelischen Schulwerks in Baden und Württemberg, in einem Grußwort die hohe Bedeutung grenzüberschreitenden Denkens und Lernens hervorgehoben. Die Veranstaltung hat hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet, indem sie Vertreter der pädagogischen Fachgruppe über Grenzen der einzelnen Schulformen hinweg vernetzt und miteinander ins Gespräch gebracht hat. Eckehardt Knöpfel, Geschäftsführer des VdP, zeigte sich am Ende zuversichtlich, dass dieser Prozess in Baden-Württemberg künftig weiter vorankommen werde."

 

QUELLE: PD Dr. Axel Bernd Kunze (stv. Schulleitung), Ev. Fachschule für Sozialpädagogik, Weinstadt-Beutelsbach